NEUBAU Wohnanlage /// Milbertshofen
Mehr Wohnfläche dank schlanker Ziegelwand
Was passiert, wenn sich hoch wärmedämmende Ziegel zusammentun mit einem ebenfalls wärmedämmenden Putz? Diese Zukunfts-Lösung kann man sich in München-Milbertshofen anschauen, unweit des Olympiaparks, in der Feuchtwangerstraße 4. Dort änderte ein Bauherr seine Pläne für eine Wohnanlage nochmal. Ursprünglich dachte man an einen Wandaufbau aus Beton plus Wärmedämmfassade. Und wählte dann doch Schlagmann-Ziegel plus Dämmputz. Denn so gelang es, die Wohnfläche und damit auch den Ertrag zu maximieren. Die Bauphase lief hervorragend, alle fanden das Handling einfach. Auch Experten, die bei diesem Modellprojekt besonders genau hinschauten.
2023 wurde das Gebäude fertig. Inzwischen sind schon zwei Winter ins Land gegangen, in denen die niedrigen Heizkosten dieses Neubaus positiv aufgefallen sind. Den Standard Effizienzhaus 40 hat man dort gut erreicht. Das Gebäude hat die Energieeffizienzklasse A. Nachhaltig geheizt wird dort mit Fernwärme. Die Lüftung funktioniert mit Wärmerückgewinnung, Warmwasser in den Wohnungen liefern Wohnungswasser-Stationen. Das begrünte Flachdach ist mit Photovoltaik ausgestattet, ergänzt durch einen Batteriespeicher – nutzbar für alle im Haus, ein passendes Mieterstrom-Konzept wird angeboten. In der Tiefgarage hat man Ladestationen für E-Fahrzeuge eingerichtet, andere Stellplätze sind Doppelparker. Vor dem Gebäude finden sich Fahrrad- und Lastenfahrzeugabstellplätze.
Die Betreiber vermieten dort nun 38 Wohneinheiten mit zusammen rund 1.200 Quadratmetern Wohnfläche. Etliche kompakte Apartments sind entstanden, ein oder eineinhalb Zimmer groß. Dort werden nun möblierte Business-Apartments in Luxusausstattung vermietet. Aber auch einzelne größere Wohnungen mit zwei, drei oder vier Zimmern wurden gebaut. Im Erdgeschoss haben die Wohnungen alle kleine Terrassen mit Holzdielen, in den darüber liegenden Stockwerken gehört jeweils ein Balkon dazu.
Ein guter Wohnort: Der Neubau liegt sehr ruhig in einer Stichstraße. Von dort aus kommt man schnell überallhin: mit dem Auto auf die nahe liegende Autobahn, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die City und überallhin im Großraum München.
Für die Kombination aus Ziegeln und Wärmedämmputz war nicht viel zusätzlicher Aufwand nötig, zeigt die Dokumentation des Modellprojekts. Und vor allem ging es sehr zügig. Verarbeitet wurde der Schlagmann S9 in einer Stärke von 36,5 Zentimetern. Zusammen mit der 5 Zentimeter starken Dämmputzschicht außen sowie dem Innenputz erreichte das Team eine Wandstärke von 43,5 Zentimetern und dem U-Wert 0,184. Natürlich musste die Putzschicht immer mitgedacht werden: Man hat dafür die Lüftungsgeräte nach außen entsprechend verlängert, Fensterbleche ebenfalls und auch die Putzschienen der Rollladenkästen. Es brauchte eine Sockelabdichtung. Auch einige Hilfskonstruktionen haben die Putzarbeiten erleichtert. Die Fassade wurde vor dem Verputzen gewässert, dann kamen zwei Schichten drauf, frisch in frisch, erst drei Zentimeter, dann zwei. Ein Zwei-Mann-Team hat pro Tag etwa 100 Quadratmeter geschafft. Am Folgetag konnte man den Putz hobeln, danach grundieren und armieren, es gab keine Standzeit. Alle Beteiligten waren sehr zufrieden.
Copyright Bilder: Schlagmann Poroton, SPITZNER ARCHITEKTUR
| Baudaten | |
|---|---|
| Bauzeit | 11/21–02/23 |
| Gebäudetyp | Mehrfamilienhaus |
| Wohneinheiten | 38 Wohneinheiten |
| Wohnfläche | 1.200 m2 |
| Abmessungen L × B | Grundfläche pro Turm: ca. 30 × 14 m |
| Konstruktion | monolithischer Ziegel POROTON®-S9® in Stärke 36,5 cm + 5 cm maxit ecosphere Dämmputz für EH 40 |
| Wärmeschutz | U-Wert Außenwand 0,18 W/(m²K) |
| Anlagentechnik | Fernwärme |
| Energetischer Standard | KfW-Effizienzhaus- Standard 40 |
| Besonderheit | Ruhig gelegen, provisionsfrei, vollständig und modern möbliert |
| Bauherr | Feuchtwanger GbR, Regensburg |
Architektur | AB Spitzner, Regensburg |
| Tragwerksplanung | IB Rösch, Regensburg |
| Bauunternehmen | BU Hillebrand, Salzburg |