Tipp aus der Bauberatung, heute von Alfred Emhee
Was tun, wenn Mauerwerk von der Norm abweicht?
21.07.2026
Mit der Ausgleichsschicht fängt alles an. Sie gleicht unvermeidliche Unebenheiten im Untergrund aus und ist die Voraussetzung für den Einsatz von Planziegeln. Hier lauern die ersten Fehlerquellen. Wichtig ist die Verwendung des richtigen Mörtels der Klasse M 10 (entspricht der früheren Klasse III), mit einer Druckfestigkeit von mindestens 10 N/mm². Wird für die Anlegefuge ein weniger druckfester Mörtel verwendet, kann durch eine pauschale Abminderung des fk-Wertes bewertet werden, ob die Standsicherheit dennoch gewährleistet ist. Ist dies allerdings nicht der Fall, könnte die Verwendung des falschen Mörtels dazu führen, dass zurückgebaut werden muss.
Eurocode 6 als Maß der Dinge
Ein nicht minder wichtiges Thema ist das Überbindemaß, das nach Eurocode 6 wenigstens 40 Prozent der Ziegelhöhe, mindestens jedoch 45 Millimeter betragen muss. Das erforderliche Überbindemaß stellt die Flächentragwirkung sicher, weil Lasten so gleichmäßig im Mauerwerk verteilt werden. Gerade bei kleineren Häusern mit geringem Lastenniveau ist eine geringfügige Unterschreitung von bis zu 10 Prozent hinnehmbar. Wegen der guten Verbundeigenschaften von Planziegelmauerwerk ist in solchen Fällen auch nicht mit einer erhöhten Rissgefahr in Außenputzen zu rechnen. Größere Abweichungen können allerdings kritisch sein, vor allem wenn sie nicht nur vereinzelt im Mauerwerk auftreten. In solchen Fällen ist der Tragwerksplaner gefragt, der anhand klarer Kriterien die Standfestigkeit und Gebrauchstauglichkeit beurteilen kann.
Fugen dürfen nicht zu breit sein
Fragen treten immer wieder auch hinsichtlich der zulässigen Stoßfugenbreiten auf. Ohne vertikale Vermörtelung zwischen den einzelnen Mauersteinen sind diese gemäß der Norm knirsch zu verlegen. Ist eine Stoßfuge breiter als 5 Millimeter, ist sie beidseitig an der Wandoberfläche mit einem geeigneten Mörtel zu verschließen, bei größeren Stoßfugen auch vollfugig. Die Obergrenze für vereinzelt auftretende breitere Fugen sollte bei etwa 30 Millimetern angesetzt werden. Für Lagerfugen ist der stets vollflächige Mörtelauftrag entscheidend. Fehlstellen wirken sich unmittelbar auf die Druckfestigkeit des betroffenen Mauerwerks aus. Die bei Schlagmann verfügbaren Walzen und Mörtelrollen stellen einen fehlerfreien Auftrag sicher.
Auflager abhängig von Wandstärke
Hilfreich für die richtige Ausführung von Deckenauflagern sind die Ausgleichsziegel von Schlagmann, die in mehreren Höhen erhältlich sind. Abgestimmt auf die optimale Auflagertiefe von zwei Dritteln der Wandstärke sind die Deckenrandschalen POROTON®-DRS® (zum Produkt), die neben der Wärmedämmung auch für einen homogenen Putzgrund sorgen.
Wie weit die ideale Auflagertiefe im Einzelfall unterschritten werden kann, ist ebenfalls in der Norm Eurocode 6 festgelegt. Sie schreibt mindestens die halbe Wanddicke als Auflagefläche vor. Bei einer Wanddicke von 365 Millimetern kann die Mindestdeckenauflagertiefe ausnahmsweise auch auf 45 Prozent reduziert werden. Die in diesem Fall geringere Tragfähigkeit muss allerdings bei der statischen Bemessung berücksichtigt werden und hat unter Umständen Auswirkungen auf die Zahl der maximal möglichen Geschosse.
Toleranzen sind Vertragsbestandteil
Zulässige Toleranzen im Hochbau sind in der DIN 18202 festgelegt. Sie bilden die im Rahmen üblicher Sorgfalt zu erreichende handwerkliche Genauigkeit ab und sind gemäß VOB automatisch Vertragsbestandteil für Mauerwerk. Jeweils eigene Tabellen existieren für Maße, Winkel-, Ebenheits- und Fluchtabweichungen in Abhängigkeit von den Nennmaßen und der Art des Bauteils. Auch die korrekte Bestimmung von Öffnungsmaßen ist in der DIN dargelegt. Abweichungen von den zulässigen Maßtoleranzen können als Baumangel gewertet werden.
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