In einer tragenden Rolle
Lehmbau befreit sich aus der Nische – kein Wunder
10.04.2026Die ganze Lieferkette vor der Haustüre
Ungebrannte Lehmsteine benötigen weniger Energie in der Herstellung, sorgen für ein gesundes Wohnklima und lassen sich problemlos in den Stoffkreislauf zurückführen. Der natürliche Rohstoff wird in der Region gewonnen und ist klimaschonend auf kurzen Wegen verfügbar – ohne von internationalen Lieferketten abhängig zu sein. Höchste Zeit also, diesen Musterknaben der Nachhaltigkeit mit langer Tradition aus seinem Nischendasein zu befreien.
Hoch hinaus dank neuer Normen
Seit 2023 gibt es die neue Norm DIN 18940 für tragendes Lehmsteinmauerwerk. Sie ermöglicht Bauten mit bis zu 13 Metern Höhe und trägt dem Umstand Rechnung, dass industriell gefertigte Lehmsteine in Sachen Tragfähigkeit gebrannten Ziegeln in nichts nachstehen. Die Anforderungen und Prüfverfahren im Herstellungsprozess sind in der 2024 aktualisierten DIN 18945 festgelegt. Die Anwendungsklasse II erlaubt den Einsatz von Lehmsteinen für konstruktiv witterungsgeschütztes Außenmauerwerk, Innenmauerwerk und weitere Anwendungen wie Deckenfüllungen.
Vor Feuchtigkeit schützen
Der Hauptunterschied zu gebrannten Ziegeln besteht darin, dass Lehmsteine während der Bauphase vor Regeneinwirkung geschützt werden müssen und Außenmauern einen dauerhaften konstruktiven Witterungsschutz benötigen. Wie diese Anforderungen in der Praxis gelöst werden können, zeigt ein Neubau in der Oberpfalz. Dort entstehen derzeit Geschäftsräume und Ferienwohnungen komplett aus natürlichen und regionalen Baustoffen. Das Mauerwerk besteht aus Schlagmann Poroton Lehmbloc®-Steinen. Für Ringanker und Stürze wird Holz verwendet.
Die Außenwände sind auf einen Natursteinsockel aufgesetzt, der die Lehmsteine in Kombination mit einer Sperrschicht aus gebrannten Ziegeln vor aufsteigender Feuchte schützt. Während der Bauphase wurde der Baukörper komplett eingehaust. Damit wurden nicht nur die Lehmsteine vor Witterungseinflüssen bewahrt. Auch die Handwerker waren so vor Regen, Schnee und Wind geschützt und konnten auch in den Wintermonaten uneingeschränkt arbeiten. Nach Fertigstellung schützt eine hinterlüftete Holzfassade das Mauerwerk dauerhaft.
Nutzer profitieren vom Raumklima
Dank der natürlichen Eigenschaften von Lehmsteinen dürfen sich künftige Nutzerinnen und Nutzer über ein hervorragendes Raumklima freuen. Das Naturmaterial reguliert die Feuchtigkeit im Gebäude, sorgt für eine gute Raumluft und hat von Natur aus eine gute schalldämmende Wirkung. Wie andere mineralische Baustoffe fangen Lehmsteine zudem aufgrund ihrer thermischen Eigenschaften Temperaturspitzen zuverlässig ab.
Mit seinem Lehmbloc®-Sortiment (zur Seite) bietet Schlagmann Poroton Lehmsteine in verschiedenen Größen und Formaten und einen speziell darauf abgestimmten Mauermörtel. Interessante Beispiele und weitere Erläuterungen zur Verarbeitung von Lehmsteinen liefert das Lehmbloc®-Verarbeitungsvideo (Link zum Video).



