Bayern beendet Holzbauförderung
Leiser Abschied nach vier Jahren
10.04.2026Fokus auf Wohnraumgewinnung
Insgesamt rund 58 Millionen Euro flossen zwischen 2022 und 2026 aus dem Holzbauförderprogramm der bayerischen Staatsregierung in Neubauten und Erweiterungen. Damit ist nun Schluss. Die Antragstellung ist schon nicht mehr möglich, die letzten Förderungen gehen dieses Jahr über die Bühne. Bei ihrer Einführung hatte Ministerpräsident Markus Söder die Holzbauförderung in einer Regierungserklärung damit begründet, dass „Holzbau als wichtige Säule in Bayerns Klimaschutzambitionen“ darstelle.
Kritik an Bevorzugung
Es gab allerdings von Anfang an auch Kritik an der bayerischen Holzbauförderung. Das Netzwerk „solid UNIT“ hatte beispielsweise darauf hingewiesen, dass sich Holz und massive Baustoffe ab einer Nutzungsdauer von 75 Jahren in der CO2-Bilanz praktisch nicht mehr unterscheiden. Die lange Lebensdauer und hohe Wärmespeicherfähigkeit von Massivbauten gleicht deren Klimaschutzbilanz im Vergleich mit Holz häufig mehr als aus, wenn die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes betrachtet wird.
Die Förderung eines einzelnen Baustoffs sei daher wettbewerbsverzerrend und unnötig. Mit Blick auf Ökologie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit wäre vielmehr eine technologieoffene und baustoffneutrale Förderung sinnvoll, damit jeder Baustoff genau dort eingesetzt wird, wo er seine größten Stärken ausspielen kann.
Veränderte Ausrichtung
Die bayerische Staatsregierung begründet das Ende der Holzbauförderung mit einer Konzentration der verfügbaren Mittel auf die Schaffung von Wohnraum. Förderinstrumente würden regelmäßig überprüft und dort eingesetzt, wo sie den größten Beitrag hierzu leisteten, heißt es. Mehr als 500 kommunale Gebäude sowie mehrgeschossige Wohngebäude wurden im Rahmen dieser Holzbauförderung mit jeweils bis zu 200.000 Euro Förderung bezuschusst, wenn die Gebäudehülle in Holzbauweise ausgeführt wurde.
„Bei den großen Aufgaben, die uns bevorstehen – Wohnraum schaffen, Infrastruktur fit machen und dem Klimaschutz gerecht werden –, können wir den Fokus nicht auf einzelne Bauweisen oder Materialien legen, sondern müssen die Vielfalt der Möglichkeiten nutzen“, begrüßt Andreas Demharter, Vorstandsvorsitzender von solid UNIT Bayern, das Ende der bayerischen Holzbauförderung.