Entlastung für rare Fachkräfte
Zurück in die Zukunft 2:
Mauerbau mit dem Roboter
06.11.2025
Mehr als ein Viertel aller im Wohnungsbau tätigen Unternehmen nannten zuletzt den Arbeitskräftemangel als Grund für die Behinderung ihrer Bautätigkeit. Das ergibt sich aus einer Umfrage des ifo-Instituts, deren jüngste Daten aus dem August 2025 stammen. Die Kurve der monatlich durchgeführten Umfrage zeigte dabei zuletzt sogar deutlich nach oben.
Angesichts dieser Lage wird es immer wichtiger, die Arbeitskapazitäten der überhaupt noch verfügbaren Fachkräfte so effizient wie nur möglich zu nutzen. Eine Möglichkeit dafür besteht in innovativen technischen Verfahren. Der Mauerwerksroboter WLTR ist eine solche Innovation.
Bewährt auf der Baustelle
Schon seit fünf Jahren ist der WLTR der Wienerberger-Gesellschaft „GreenBuild“ in Österreich, Ungarn, der Slowakei, Großbritannien und Polen im Einsatz, in Tschechien sogar schon kommerziell. Weitgehend automatisiert mauert der Roboter Ziegelwände auf der Baustelle. Er scannt die Ziegelpalette, greift zwei Ziegel, besprüht sie mit Dryfix-Kleber und versetzt sie schließlich passgenau. Je nach Ziegeltyp und Komplexität der Aufgabe mauert der WLTR zwischen 5 und 10 Quadratmeter bei Wandhöhen von bis zu 3,25 Meter auf, präzise und in gleichbleibend hoher Qualität. Zudem generiert er wertvolle Daten für Qualitätssicherung, Dokumentation, Logistik und Baustellenmanagement dank der nahtlosen Integration in digitale Planungs- und Bauprozesse.

Startschuss für Deutschland im Redbloc-Werk Plattling
Bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Schlagmann Poroton mit seinem langjährigen Partner Wienerberger sowie des Verbands Solid UNIT e.V. und des Arbeitskreises Digitalisierung der Bayerischen Baugewerbeverbände wurde der Startschuss auch für den hiesigen Markt gegeben. Am 9. Oktober kamen etwa 100 Bauschaffende und Politiker für fachlichen Austausch und Werksführungen durchs Plattlinger Fertigteilwerk zusammen und beobachteten dabei auch den Mauerwerksroboter WLTR bei der Arbeit. Genau wie in den Nachbarländern soll er nun auch in Deutschland für mehr Effizienz, bessere Planbarkeit und vor allem für die Entlastung von Fachkräften sorgen.
Roboter auch zur Miete
Mit Anschaffungskosten von rund 400.000 Euro ist der Mauerwerksroboter eine große Investition. Er muss zur Entlastung der Maurer auf einer geeigneten Baustelle allerdings nicht unbedingt erworben werden. WLTR wird in den nächsten Jahren auch als Mietgerät zur Verfügung stehen. Wer sich jetzt schon für den Roboter interessiert, kann sich direkt an Jaromir Sadlon von Wienerberger/GreenBuild wenden.