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Ein gut funktionierender Kreislauf

Ob Abbruch, Neubau oder Sanierung: Auch beim Ziegel endet irgendwann der Zyklus. Aber das Gute daran ist: 93,3 Prozent des Bauschutts werden umweltverträglich verwertet.

Der Baustoffkreislauf gilt als fast geschlossen, sagt Michael Basten, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden. „Mineralische Bauabfälle werden heute nahezu vollständig verwertet und im Stoffkreislauf gehalten.“ Das entlaste Deponien und schone Primär-Rohstoffe. „Über 12 Prozent des Bedarfs an Gesteinskörnungen werden inzwischen durch Recycling-Baustoffe gedeckt“, berichtet Basten. Er dokumentiert dies mit Zahlen aus dem Jahr 2016: „Von den rund 215 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle wurden etwa 193 Millionen Tonnen einer umweltverträglichen Verwertung zugeführt“, das entspricht rund 90 Prozent. Bei den Fraktionen ohne Bodenaushub liege die Quote sogar bei 95 Prozent.

Bereits seit 1993 wird der Kreislauf überwacht

Dass diese Zahlen so transparent vorliegen, dahinter steht durchaus eine Erfolgsgeschichte: Bereits seit 1996 gibt es die „Initiative Kreislaufwirtschaft Bau“ beim Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden. Sie überwacht seither kontinuierlich, was mit mineralischen Bauabfällen geschieht, das Aufkommen wie auch den Verbleib. Zugrunde liegen amtliche Daten des Statistischen Bundesamtes. Alle zwei Jahre werden Monitoring-Berichte veröffentlicht.

Lob aus dem Ministerium für übertroffene Ziele

Soeben ist der elfte dieser Berichte erschienen. Er basiert auf amtlichen Daten des Jahres 2016 und wurde Ende Januar offiziell übergeben an das im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Von dort gab es Lob: „Die Initiative Kreislaufwirtschaft Bau konnte ihre Erfolgsgeschichte fortschreiben. In Deutschland sind die europäischen Verwertungsziele bereits heute weit übertroffen“, sagt Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium. Die EU-Abfallrahmenrichtlinie fordert beispielsweise für die körnigen Fraktionen zukünftig eine mindestens 70-prozentige Verwertung.

Nur 6,2 Prozent landen auf Deponien

Unter dem Begriff Bauschutt werden Ziegel, Fliesen, Keramik und Beton zusammengefasst, auch bestimmte Gemische dieser Materialien. 2016 gab es etwa 58,5 Millionen Tonnen Bauschutt. Davon wurden 77,7 Prozent recycelt, das sind 45,5 Millionen Tonnen. Weitere 9,4 Millionen Tonnen (das entspricht 16,1 Prozent) hat man genutzt, um bei Abgrabungen und auf Deponien zu verfüllen. Auf Deponien beseitigt werden mussten laut Monitoring nur 3,6 Millionen Tonnen, also 6,2 Prozent.

Der neueste Bericht liefert außerdem auch eine Übersicht, wie sich die mineralischen Bauabfallströme in den vergangenen 22 Jahren entwickelt haben. Die Langzeit-Statistik zeigt sich dabei als sehr kontinuierlich. Sie macht aber auch deutlich, dass die Baubranche derzeit viel zu tun hat. Die Statistiken zeigen: Seit dem vorigen Monitoring mit den Zahlen von 2014 ist das Gesamt-Volumen bei den Bauabfällen nochmal merklich angestiegen, von 202,0 Millionen Tonnen um knapp 13 Millionen Tonnen auf 214,6 Millionen Tonnen im Jahr 2016.
   
 
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