Schlagmann Poroton - Nach Schlichterspruch: Schrittweise steigen die Gehälter

Nach Schlichterspruch: Schrittweise steigen die Gehälter

Diesmal haben die Tarifverhandlungen besonders lange gedauert. Und es hat einen Schlichterspruch gebraucht, um einen Haken dranzumachen. Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hatte das Amt des Schlichters übernommen. Inzwischen steht fest:

Für die rund 800.000 Bauarbeiter in Deutschland gibt es mehr Geld, sogar spürbar mehr Geld.

Denn der Schlichterspruch hat dafür gesorgt, dass die Löhne um mindestens 5,7 Prozent steigen. Der Schlichter hat zudem einen Einstieg in ein bundesweites 13. Monatseinkommen geregelt, ebenso die Ausbildungskosten. Auch eine perspektivische Lösung für bezahlte Wegezeiten zu den Baustellen ist enthalten. Angegangen wurde außerdem das West-Ost-Gefälle: Es gibt eine deutliche Annäherung der niedrigeren Löhne in den neuen Bundesländern an das Westniveau.

Was die Tarifvertragsparteien – das sind die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie – ausgehandelt haben, das soll rückwirkend und für insgesamt 26 Monate gelten: ab 1. März 2018 bis 30. April 2020. Für die Kollegen im Tarifgebiet Ost ist eine zusätzliche Erhöhung der Tarife zum 1. Juni 2019 festgesetzt worden.
 
1) Änderungen im Tarifgebiet West sowie in Berlin:
 
 
Von den Änderungen sind nicht betroffen die Entgelte für gewerbliche Arbeitnehmer:
in der Lohngruppe 1 (Werker) im Tarifgebiet Ost sowie in den Lohngruppen 1 und 2 (Fachwerker) in den Tarifgebieten West und Berlin.

Es gilt der Mindestlohn im Baugewerbe nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz. Dieser liegt seit 1. Januar 2018 in Ost, West und Berlin bei 11,75 Euro pro Stunde in Lohngruppe 1. Im Tarifgebiet West gibt es für die Lohngruppe 2 14,95 Euro pro Stunde, in Berlin erhält die Lohngruppe 2 einen Stundenlohn von 14,80 Euro.
Wenn Arbeitnehmer den Mindestlohn erhalten, haben sie keinen Anspruch auf die Festbeträge.

Bei gewerblichen Arbeitnehmern gab es bislang krankheitsbedingte Kürzungsmöglichkeiten, diese wurden nun gestrichen.

Auszubildende bekommen Unterstützung für ihre Fahrten zum Berufsschulunterricht und ihre Unterbringung. Dafür wird ihre Vergütung um pauschal 60 Euro pro Monat erhöht.
 
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