Neues Gebäudeenergiegesetz auf dem Weg – Experten staunen

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll ein großer Wurf werden

Es führt die Regelungen der EnEV, des EnEG und des EEWärmeG zusammen. Auf diese Weise soll ein einfacherer ordnungsrechtlicher Rahmen für alle Standards rund um Niedrigstenergiegebäude geschaffen werden.

Das neue GEG setzt europäische Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden um. Inhaltlich bringe es keine Verschärfung, sagt das Bundeswirtschafts- und Energieministerium, wörtlich: „Das aktuelle, bereits sehr anspruchsvolle Anforderungsniveau für Neubauten und Sanierung wird nicht weiter verschärft.“ Dennoch ist klar:

Für die Baubranche bringt der Wandel erhebliche Änderungen mit sich, da sich zahllose Abläufe im Alltag ändern werden

In der Politik ist das Gesetz seit längerer Zeit schon umstritten. Die neueste Version gilt als Kompromiss, gegen den sich nun wiederum Verbände positionieren. Experten waren erstaunt, dass die neue Version einige zentrale Punkte ändert:

Was ist neu in der Gesetzes-Version vom Oktober 2019?

1) Wer macht Energieberatung und Energieausweise?
a) bei Sanierungen
Die vom Kabinett beschlossene neue Version des Gesetzes sagt: Bei geförderten energetischen Sanierungen muss man künftig einen Berater der Verbraucherzentrale hinzuziehen. Nicht, wie bisher, einen freien Energieberater.

b) bei Immobilienkäufen
Ähnliches gilt auch beim Kauf von Immobilien, da sollen die Verkäufer oder Makler ihrem Kunden ein informatorisches Beratungsgespräch zum Energieausweis anbieten – mit einem Energieberater der Verbraucherzentrale Bundesverband.

c) durch „Energieberater im Handwerk“
Laut dem neuen Gesetz sollen auch die „Energieberater im Handwerk“ künftig Energieausweise ausstellen können.

2) Verbot von Ölheizungen
Dieses Thema stammt aus dem Klimapaket 2030 und wurde neu ins GEG übernommen: Ölheizungen sollen ab 2026 verboten werden. Neue Ölheizungen einzubauen ist ab dann grundsätzlich nicht mehr möglich, allerdings gelten einige Ausnahmen zu Hybridheizungen. Diese sind derzeit noch nicht konkretisiert, werden aber in der Praxis entscheidend sein dafür, wie wirkungsvoll das Verbot der Ölheizungen wirklich greift.

 
Es gibt erheblich Kritik für die neueste Version des Gesetzes

Bioenergieverbände bemängeln, dass die bestehende Stromgutschriftmethode zur Berechnung des Primärenergiefaktors für Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen beibehalten werden soll. Sie fürchten, dass dadurch zu wenige Anreize geschaffen werden, KWK-Anlagen und Wärmenetze mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Außerdem stört sie, dass der Primärenergiebedarf eines Gebäudes berechnet wird, indem man Wärme aus Biogas gleichgesetzt mit der Wärme aus Erdgas, Flüssiggas, Heizöl und Steinkohle. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks ist verärgert, dass die Novelle keine Entbürokratisierung für die Betriebe bringt. Statt einer Vereinfachung sei die Anzahl der Paragrafen noch gestiegen. Das neue Gesetz sei zudem so schwer verständlich formuliert, dass es kaum noch vermittel- und anwendbar sei.

Der vom Kabinett beschlossene Entwurf geht nun in den Bundestag. Es stehen noch keine Termine fest. Das Wirtschafts- und Energieministerium hat Links zum Gesetzestext in voller Länge und zu einer Kurzzusammenfassung veröffentlicht (ganz unten auf dieser Seite).

Die Kurzzusammenfassung als PDF können Sie hier herunterladen.
 
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