BIM lohnt sich

Die Zukunft nicht länger ausbremsen

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten. Auch nicht in der Baubranche. Zumal die neuen digitalen Werkzeuge auch etliche Vorteile zu bieten haben. Das wissen die Leute eigentlich auch schon: BIM, also Building Information Modeling, wird die Bauindustrie nach vorne bringen, davon waren unlängst 78 % der Befragten einer Untersuchung überzeugt (Umfrage von capmo, einem Software-Anbieter für die Bauindustrie). Nur mit dem Umsetzen hapert’s nach wie vor, das haben Experten der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in ihrer jüngsten großen Branchenstudie herausgefunden.

Die Vorteile von BIM sind tatsächlich unbestritten. Es ist ein ideales Tool für Projektmanagement. Mithilfe von BIM werden die Projektinformationen zentral gesammelt, verwaltet und ausgewertet. Das gesamte Projektteam arbeitet an demselben digitalen Informationspool. Dadurch vermeidet man Informationsbrüche und -verluste zwischen den Projektbeteiligten und den einzelnen Projektphasen. Viele Vorteile, auf die dennoch viele lieber verzichten.
In anderen Branchen stieg die Produktivität um bis zu 25 %

PwC diagnostiziert der Baubranche, dass sie sich mit ihrer Verweigerung des Digitalen keinen Gefallen tut: Sie lasse dadurch ein enormes Potenzial zur Produktivitäts­steigerung brach liegen. Mit einem Branchenvergleich macht PwC deutlich: In einzelnen Branchen lag das Plus bei der Produktivität seit 2010 bei rund 25 Prozent, die Baubranche brachte es im selben Zeitraum auf 2,8 Prozent. PwC sieht klare Zu­sammenhänge zum Thema Digitalisierung: Die sei aus vielen anderen Wirt­schafts­zweigen nicht mehr wegzudenken, die Nutzung digitaler Dienste sei dort hoch. In der Baubranche hingegen wurden BIM und andere digitale Modelle zum Zeitpunkt der PwC-Befragung nur bei 4 Prozent eingesetzt. Es scheint immer wahrscheinlicher, dass es in der Branche auch Unternehmen gibt, die den Anschluss an die digitale Transformation völlig verlieren.

Doch wie kommt die Digitalisierung nun endlich auf den Bau? Die Bundesregierung hat die Initiative „planen-bauen 4.0“ gestartet, sie soll die Einführung von BIM in Bau­projekten fördern und die Branche damit effizienter und zukunftsfähiger machen.
Beim Menschen ansetzen, die Furcht vor Veränderungen nehmen

Und es gibt inzwischen auch sehr konkrete Tipps und Ratschläge, wie das Zaudern überwunden werden kann, damit die einzelnen Menschen in der Baubranche sich besser auf die nötige Veränderung einlassen. Denn klar ist: An genau dieser Stelle klemmt’s, bei vielen einzelnen Menschen in der Praxis. Nicht erst seit BIM weiß man, dass sich Menschen vor Veränderungen fürchten. Das Gewohnte scheint ihnen sicher, die alten Prozesse beherrschen sie gut. Als Motto gilt dann: Wieso etwas verändern?

Strategische Tipps gibt es von Gero Weitz und Stephan Liedtke, die beiden sind Teamleiter Digitalisierung/BIM bei Wolff & Müller. Ein pauschal erfolgreiches Rezept für die Integration der Methode existiere ihrer Erfahrung nach eher nicht. Am erfolgreichsten sei es, wenn der Bauherr den BIM-Prozess auslöse, sagen sie. Die Entwicklung und Implementierung von BIM solle auf das jeweilige Unternehmen und dessen Rolle im Bauprojekt zugeschnitten werden.
Der Chef muss es vorleben

Und: Beim Entwickeln und Implementieren müsse man über alle Ebenen des Unternehmens hinweg systematisch vorgehen, das sei zentral. Durchgängig digitalisierte Prozesse seien die Grundlage dafür, dass die Anwendung von BIM klappe und auch zum Erfolg führe. Wer dabei eine Schlüsselrolle hat, machen die Experten ebenfalls deutlich: „Der Wille zur digitalen Transformation muss vom Top-Management kommuniziert und gelebt werden.“ Der Chef muss also mit Überzeugung und gutem Beispiel vorangehen. „Nur so kann eine nachhaltige und stabile Basis für den digitalen Wandel eines Bauunternehmens erarbeitet werden.“
 
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