Was man rund um das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) wissen sollte

Tipp aus der Bauberatung, heute von Holger Bahmer
Goodbye EnEG, EnEV und EEWärmeG: Was die Baubranche über Jahre begleitet hat, ist seit Herbst 2020 Vergangenheit. Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) bündelt die Inhalte und setzt eigene Schwerpunkte – und das Ganze in 9 Teilen und insgesamt 114 Paragrafen sowie 8 Anlagen zu den entsprechenden Berechnungen.

Erneuerbare Energien spielen künftig eine zentralere Rolle, das war ein großes Ziel der Politik. Bislang war der Primärenergiefaktor der springende Punkt, wann immer es um energetische Fragen ging. Mit dem neuen GEG wird die Reduzierung der Treibhausgase relevanter, die CO2-Betrachtung rückt in den Fokus. Spannend ist dabei, dass sich der Primärenergiefaktor beim Strom in den letzten Jahren stark verschoben hat.

Änderungen gegenüber den bisherigen Regelungen finden sich in vielen Details. Bei der Nachweispflicht der erneuerbaren Energien kann man Photovoltaik besser einbringen, außerdem gasförmige Biomasse oder Brennstoffzellen. Wer keine erneuerbaren Energien nutzen kann oder will, kann weiterhin Ersatzlösungen wählen – die um 15 Prozent gegenüber dem Referenzgebäude bessere Gebäudehülle genügt jetzt.
Die Endenergie ist entscheidend

Eine spannende Veränderung bringt die so genannte Innovationsklausel: Indem sie die CO2-Bilanzierung bei der Bewertung in den Vordergrund rückt, bekommen Bauherren sogar die Möglichkeit, bei der Gebäudehülle die Standards etwas zu senken – vorausgesetzt, die übrigen Zahlen erfüllen die Anforderungen im Bereich Endenergie (als Nachweis dient Monitoring). Auch hier verliert die bislang so wichtige Primärenergie an Bedeutung. Eine weitere Erleichterung kann auch der sogenannte Quartieransatz bieten, wobei es ums gemeinsame Erfüllen von Anforderungen geht.

Durchaus Erleichterungen

Das neue Gesetz macht es in der Praxis also an einigen Stellen einfacher: Bestimme Anforderungen wurden gelockert, beispielsweise für Gebäudeerweiterungen. Es gibt mehr Spielraum für die Nutzung erneuerbarer Energien. Und die Anforderungen an die Gebäudehülle wurden nicht weiter verschärft, in der Innovationsklausel sogar relativiert.
 
Neue Angaben im Energieausweis

Das GEG bringt auch Pflichten. In Energieausweisen müssen künftig die CO2-Emissionen vermerkt werden. Wer Mehrfamilienhäuser mit zwei oder mehr Wohneinheiten saniert, muss beim Verkauf oder bei einer Modernisierung einen Energieberater einbeziehen. Die Übergangsfrist ist schon fast vorbei: Nur bei laufenden Projekten gilt weiter die EnEV 2016. Wer jetzt ein Projekt plant, muss das neue GEG anwenden. Auch bei der Bilanzierung gilt es auf eine Übergangsfrist zu achten: Nach DIN V 4108-6 kann man nur noch bis 2023 vorgehen.
Holger Bahmers Tipps für die Praxis gibt es im Video des Webinars aus der Bauberatung:
In der zweiten Hälfte dieses Videos (ab Minute 28:18) hat Holger Bahmer übrigens noch einige wissenswerte Details über das BEG mitgeteilt.
 
Datum: 16.02.2021
 
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