Neues zu Wärmenetzen und Abwärme

Größere Gebäudenetze und förderfähige Abwärme

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gilt noch kein Jahr und ist schon jetzt in etlichen Punkten konkretisiert und nachgeschärft worden. Seit 21. Oktober greifen die Neuerungen bereits. Abwärme spielt in der Novelle eine große Rolle und kann nun beispielsweise auch beim Austausch von Ölheizungen mit zum Zuge kommen. Hier ein Überblick über die wichtigen Veränderungen:

Größere Gebäudenetze
Wer bislang Förderung für ein Gebäudenetz wollte, eine Wärme-Nahversorgung, musste nachweisen, dass alle Gebäude auf Grundstücken desselben Eigentümers stehen. Jetzt sind größere Gebäudenetze mit anderen Strukturen möglich: Bis zu 16 Gebäude (Wohngebäude wie auch Nichtwohngebäude) können von einem gemeinsamen Wärmenetz versorgt werden. Maximal 100 Wohneinheiten darf man anschließen. Wem sie gehören, ist dabei nun unwichtig.

Dank Abwärme in die EE-Klasse gelangen
Wer die Förderung für die Effizienzgebäude EE-Klasse anstrebt, kann dafür auch auf Abwärme setzen: So genannte unvermeidbare Abwärme (in Kombination oder alternativ zu erneuerbaren Energien) muss dann einen Anteil von mindestens 55 Prozent jenes Energiebedarfs bringen, der für die Wärme- und Kälteversorgung dieses Gebäudes erforderlich ist.

Abwärme über eine Pauschale
Möglich gemacht werden auch Planungsvarianten, bei denen ein fiktiver Anteil pauschal angesetzt wird: Um die EE-Klasse zu erfüllen, müssen 55 Prozent an Wärme im Wärmenetz aus erneuerbaren Energien und/oder unvermeidbarer Abwärme stammen. Voraussetzung hierfür ist entweder ein Wärmenetz, für das ein geförderter Transformationsplan vorliegt gemäß der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW). Oder aber das Wärmenetz weist einen Primärenergiefaktor von höchstens 0,25 auf (Bestimmung nach GEG).
Abwärme nicht mehr über Wärmepumpen
Wer bei Gebäuden der EE-Klasse (Wohn- und Nichtwohngebäude) Abwärme einsetzen will, braucht dafür ab sofort ein technisches System. Wärmepumpen wie bisher sind nun in solchen Konstellationen tabu.

Mehr erneuerbare Energien in Gebäudenetzen
Wer ein Gebäudenetz neu errichtet, umbaut oder erweitert (Einzelmaßnahme), muss dabei ab sofort einen höheren Anteil erneuerbarer Energien berücksichtigen für entsprechende Förderung: bei 55 Prozent Anteil greift die Förderquote von 30 Prozent, bei 75 Prozent Anteil sind es 35 Prozent. Unvermeidbare Abwärme kann als Alternative zu Erneuerbaren gelten.

Fördergrenzen bei Sanierung von Nichtwohngebäuden
Bislang wurde die Nettogrundfläche des gesamten Gebäudes zugrunde gelegt, wenn man die Förderhöchstgrenze ermittelt hat bei der Sanierung eines Nichtwohngebäudes (Einzelmaßnahme). Das wurde korrigiert: Neue Grundlage ist die Nettogrundfläche des zu sanierenden Gebäudeteils.

Gebrauchte Speicher werden nicht gefördert
Präzisiert hat die Novelle außerdem, welche Speichersysteme förderfähig sind: Wer ein Gebäude 40 Plus errichtet (Wohn- oder Nichtwohngebäude), kann nur für neue Speichersysteme eine Förderung bekommen, nicht aber für gebrauchte Anlagen.

Die neuen Förderrichtlinien im Wortlaut gibt es hier.

Datum: 23.11.2021
 
Falls Sie noch kein Empfänger unserer Info-Mail sind, dann können Sie sich hier gleich anmelden.