Mit Ziegeln erdbebensicher bauen

Damit es nicht rumpelt, wenn es rumpelt

„Als wäre ein LKW in die Hauswand gekracht“: So beschreiben Menschen im Großraum Stuttgart, was bei ihnen alle paar Monate mal passiert – Erdbeben. Dort kommt es tatsächlich sehr regelmäßig vor, dass das Geschirr im Schrank klirrt, Fenster knacken und hinterher die Nachbarn anrufen: „Hast du das auch gespürt?“ Wer so etwas mal erlebt hat, weiß, warum es wichtig ist, dass Gebäude erdbebensicher sind.

Auch Risse in Putz oder Mauerwerk oder andere Bauschäden werden dort immer wieder gemeldet. Umso mehr Bedeutung hat es, dass beim Bauen bereits alles getan wird, um später Schäden und Gefahren zu vermeiden. Genau dafür galt lange Jahre die DIN-Norm 4149, später auch Eurocode 8. Dazu gehört eine 2021 vorgelegte neue Erdbeben-Karte für Deutschland mit neuen Einschätzungen: Die Neueinschätzung der Erdbebengefährdung ist im Nationalen Anhang NA:2021 normativ verankert.

Deutschland gilt weiterhin als Schwachbebengebiet

Ausnahmen sind hierzulande der Westen und der Süden: In Nordrhein-Westfalen vor allem westlich von Köln, auch entlang des Rheins (Oberrheingraben) sowie südlich von Stuttgart sind Zonen, die stärker gefährdet sind. Ganz im Süden Bayerns, Richtung Alpen, wird die Übersichts-Karte ebenfalls rot.

Erdbeben bis zur Stärke 7 auf der Richterskala gelten in Deutschland als denkbar. Stärken um 6 wurden bereits mehrfach gemessen, die Stärke 3 wird häufig überschritten. Weil Deutschland sehr dicht besiedelt und industrialisiert ist, können auch schwächere Beben bereits weitreichende Folgen haben.
Deswegen gibt es in Deutschland schon seit 1957 Normen und Regeln zum erdbebensicheren Bauen.

Die letzte Fassung der DIN 4149 aus dem Jahr 2005 ist bis heute bauaufsichtlich gültig. Hinzu kamen ab 2010 europäische Regeln über Eurocode 8. Darin sind Regelungen für die Erdbeben-Bemessung vorgegeben. Eurocode 8 gilt jeweils in Verbindung mit den nationalen oder regionalen Regelwerken. Mittelfristig sollen sie dadurch abgelöst werden.

Der Bundesverband der deutschen Ziegelindustrie stellt eine Broschüre zur Verfügung, in der kompakt all das steht, was wichtig ist, wenn man mit Ziegeln bauen und zugleich die Erdbebensicherheit im Blick behalten will.

Untergrund und Baugrund werden dort ebenso angesprochen, wie Konstruktion und Verarbeitung. Auch Anforderungen an Baustoffe werden erklärt. Natürlich geht es um den rechnerischen Nachweis – unter welchen Bedingungen kann man darauf verzichten? Was gilt es zu beachten? Konkrete Beispiele sollen die Arbeit am Nachweis vereinfachen. Außerdem gibt es einen Link auf ein Tool, mit dem es einfacher wird, einen Nachweis zu erstellen.

Die Broschüre zum Download gibt es hier.


 
Datum: 20.09.2022
 
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