Elementarschäden versichern: die sieben wichtigsten Antworten

Nicht jede Versicherung bietet, was man sich erhofft

Wer eine klassische Gebäudeversicherung hat, wähnt sich gut geschützt. Kann sein – kann aber auch nicht sein. Tatsächlich müssen Elementarschäden bei vielen Versicherungsanbietern separat abgesichert werden. Nur wer das tut, kann sich sicher sein, dass sein Betrieb wirklich Unterstützung von der Versicherung erhält, wenn es mal zu Hochwasser, zu Erdrutsch oder Schneedruck kommen sollte. Am besten, man klärt direkt mit seinem Versicherungsanbieter: Was genau ist über die aktuelle Police denn abgedeckt?

Tipp 1: Was normalerweise versichert ist (und was nicht)

Was Gebäudeversicherungen in aller Regel umfassen: Schäden durch Sturm und Hagel, außerdem die Folgen von Feuer oder wenn Beschädigungen durch Leitungswasser entstehen. Viele andere Schadensgruppen werden hingegen ausgeschlossen, die klassischen Elementarschäden: Rückstau bei oder nach einem Starkregen, Überschwemmungen, Erdrutsch, Schneedruck, außerdem Erdbeben und Vulkanausbrüche. Das ist kein Zufall. Versicherungen können ihre Tarife günstiger halten, indem sie solche Schäden ausschließen.

Tipp 2: Policen lassen sich gezielt ergänzen

Die meisten Versicherungen, die Gebäude versichern, bieten parallel auch noch Policen zum Schutz vor Elementarschäden an. Das sind oft optionale Zusatz-Bausteine zur Gebäudeversicherung, die den Schutz dann auch auf besagte Elementarschäden ausweiten.
Tipp 3: Wer so eine Versicherung wirklich braucht

Aber lohnt sich das auch wirklich, im Einzelfall? Das ist die Schlüsselfrage. Die muss, wie so oft beim Versichern, am Ende jeder für sich selbst klären. Wie hoch sind die konkreten wirtschaftlichen Risiken denn? Darüber sollte man nicht philosophieren, sondern konkret zu rechnen beginnen. Könnte der Betrieb einen Schaden im Ernstfall aus der eigenen Tasche beheben? Wie sehr wäre der Betrieb wirtschaftlich bedroht? Denn die Summen können erheblich sein. Oft genannt wird das Beispiel einer 300 Quadratmeter großen Maschinenhalle, die eineinhalb Meter unter Wasser stand. Das Unternehmen hatte rund 650.000 Euro Schaden, inklusive Trocknungen, Instandsetzen von Leitungen, Reinigung, Verputzen und Streichen der Halle. Wohlgemerkt, dieses Ereignis war vor knapp zehn Jahren – heute wären die Summen entsprechend höher.

Tipp 4: Der Standort spielt eine Rolle

Ebenfalls vorab zu prüfen: ob man den Betrieb überhaupt versichern kann und was die Versicherung am jeweiligen Standort kostet. Denn Versicherer bewerten stets auch das Risiko des individuellen Standorts mit: Das ZÜRS-System ist ein Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen. Es unterscheidet vier Gefahrenklassen danach, wie oft dort statistisch ein Schaden vorkommt: Seltener als einmal in 200 Jahren gilt als Zone 1. In der schlechtesten Zone 4 liegt man, wenn es mindestens einmal in zehn Jahren zu einem Schaden kommt. Die meisten Versicherungsträger weigern sich grundlegend, Gebäude der Zone 4 zu versichern.
Tipp 5: Das Kleingedruckte beachten

Wer eine Zusatzversicherung aussucht, muss genau hinschauen. Es gibt Policen für Gebäude und andere Policen für deren Inhalt. Manche werden vielleicht nur eine brauchen. Wer unterm selben Dach zugleich auch wohnt, müsste die Privatwohnung separat absichern ist. Es lohnt sich bei allen Policen, Preise zu vergleichen und Kleingedrucktes zu studieren – teure Anbieter sind nicht unbedingt die besten. Unabhängige Versicherungsmakler bieten den Vergleich als Dienstleistung an.

Tipp 6: Nicht in Fallen tappen

Versicherungen sichern sich selbst ab – das bedeutet: Es gibt für die Versicherungsnehmer stellenweise Fallstricke im Kleingedruckten. Beispielsweise steht oft drin: „Sicherheitsvorschriften sind einzuhalten.“ Welche? Wie? Das wird im Vertrag vielleicht gar nicht explizit genannt. Gemeint sein können beispielsweise Vorgaben der Kommune. Beispiel: eine Rückstauklappe. Ist sie von der Kommune vorgegeben, muss es sie auch in Betriebsgebäuden geben, und sie muss funktionieren. Sonst kann die Versicherung ihre Leistungen zumindest senken. Am besten auch hierzu den Anbieter ganz konkret befragen.
Tipp 7: Richtig reagieren im Schadensfall

Wenn das Hochwasser oder ein anderer Schaden eintritt, müssen die Versicherten das schnellstmöglich melden. Außerdem sollen sie, so heißt es, selbst dafür sorgen, dass der Schaden so gering wie möglich bleibt – aber das ist eine vage Aussage. Schließlich kann beispielsweise Hochwasser lebensgefährlich sein. Und in Gefahr bringen braucht sich niemand.
Datum: 24.08.2021
 
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