Die fünf gängigsten Fehler beim Schallschutz – und wie man sie vermeiden kann

Damit der Schallschutz gelingt: fünf Fehler, die sich vermeiden lassen

Schallschutz beginnt immer auf dem Papier. Und klar: In aller Regel wird die DIN 4109 von Planern korrekt umgesetzt. Die Praxis sieht leider anders aus. In der Bauausführung werden Fehler gemacht – zum Leidwesen der Menschen, die später in diesen Immobilien wohnen. Sie haben es mit Nachteilen zu tun, die im Alltag richtig Nerven kosten können. Nerven und Geld kostet es aber auch, die Fehler zu beheben. Wenn es überhaupt möglich ist.

Dabei könnten Käuferinnen und Käufer, Mieterinnen und Mieter gerade bei gehobenem Baustandard eigentlich auf guten Schallschutz hoffen: Denn die geltende Norm, die DIN 4109, kennt wie auch die Fachliteratur drei Kategorien für den Schallschutz in Mehrfamilienhäusern: Neben dem einfachen Wohnungsbau gibt es auch den qualitativ üblichen Wohnungsbau und den Wohnungsbau im Luxusbereich. Und gerade beim gehobenen Standard gilt auch hochwertiger Schallschutz. Theoretisch.

Die Statistik zeigt: Tatsächlich entstehen in der Praxis bestimmte Probleme und Fehler im Bereich Schallschutz immer und immer wieder. Dabei wären sie vermeidbar.

1. Wenn Schallschutz zwischen aneinander gebauten Objekten nicht funktioniert

Bei Trennwänden zwischen zwei Wohneinheiten sind so genannte Schalltrennfugen vorgeschrieben. Diese müssen auch konsequent umgesetzt werden. Direkt angesetzte Bauteile torpedieren den Schallschutz.

2. Wenn die Schalltrennfuge zwar da, aber schadhaft ist.

Die Schalltrennfuge muss durchgängig sein, beginnend im Fundament bis ins Dach. Sobald sie an nur einer Stelle ausgefüllt ist, gelangt dort Schall von einer Wohnung. Beim Aufmauern muss man darauf achten, dass kein Mörtel in diese Fugen fällt oder aber sofort wieder entfernt wird. Das muss Voraussetzung sein, bevor dieser Bauabschnitt abgenommen wird.
3. Schlampige Arbeiten am Estrich oder drumherum

Ein schwimmender Estrich gilt als ideal – mit druckfester Dämmung als Grundlage und durchgängigen Randdämmstreifen. Dort gilt es Fehler zu vermeiden: Schlecht wäre es, wenn sich der Randdämmstreifen verschiebt oder Falten wirft. Auch darf der Estrich nicht über die Dämmstreifen gehen. Achtung – auch wenn bei den eigentlichen Estrich-Arbeiten korrekt gearbeitet wurde, können danach trotzdem noch Schallbrücken entstehen: Auch in diesen Konstellationen sollen keinesfalls Mörtelreste in die Randfuge fallen.

4. Bodenbelag konsequent anlegen

Damit kein Trittschall übertragen wird, muss der avisierte Bodenbelag schalltechnisch konsequent angelegt werden – sprich: mit einer Trennung. Bei Fliesen braucht es hierfür eine elastische Fuge zwischen Fliese und Wand. Auch bei allen anderen Bodenbelägen muss man einen Fugenabstand einhalten und die Fugen entsprechend schließen.

5. Auf Details nicht achten

Selbst wenn Dachkonstruktion, Trennfugen, Estrich und Bodenbelag allesamt sauber geplant und gebaut wurden, können sich noch Schallschutz-Probleme einschleichen. Sowohl Innen- und Außenausbauten wie auch Installateurs-Konstruktionen können negative Effekte provozieren. Besonders heikel sind beispielsweise Treppen-Konstruktionen, die in irgendeiner Weise mit Wänden verbunden sind, auch Heizungs- oder Wasserleitungen sowie Regenrohre.
 
Datum: 21.06.2022
 
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