Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurde aufgestockt

Mit Geld den Klimazielen auf den Fersen

Ziel leider verfehlt: 2020 hat der Bereich Gebäude in Deutschland seine Klimaziele nicht erreicht. Diese Ziele sind im Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) eigentlich klar definiert, aber die zulässige Jahresemissionsmenge wurde bereits im ersten Geltungsjahr des Gesetzes klar überschritten. Das hat jetzt Vorteile für alle, die energetisch bauen und sanieren wollen und von der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) profitieren können.

Denn die Bundesregierung will diese Lücke zwischen Zielen und Wirklichkeit möglichst bald verkleinern. Dafür gibt es jetzt richtig viel Geld aus Töpfen des Wirtschaftsministeriums – aktuell sind 11,5 Milliarden Euro an Mitteln beschlossen. Laut Wirtschaftsministerium wurden 2021 bis Mitte September etwa 10,6 Milliarden Euro an Fördergeldern bewilligt, bis zum Jahresende könnten 15 bis 18 Milliarden Euro erreicht werden. 2022 will der Bund außerdem 1 Milliarde Euro bereitstellen speziell für klimagerechten sozialen Wohnungsbau. Damit kann man energetisch hochwertige Sozialwohnungen neu bauen oder bestehende Sozialwohnungen energetisch sanieren.
Ein Rekord nach dem anderen

Schon seit es sie gibt, erreichen die neuen BEG-Förderungen sehr viele Menschen – die Abrufe sammeln Rekorde: 2020 wurden fast fünfmal so viele Fördermittel zugesagt wie 2019 (von 1,82 auf 8,56 Mrd. Euro). Die Summe der Anträge hat sich 2020 gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt (von 326 000 auf 600 000). Der Förderboom zeigt auch Ergebnisse: Beispielsweise sind die Heizungsanlagen in Deutschland inzwischen schon deutlich effizienter. 2015 galten 67 Prozent des Heizungsbestands als energetisch unzureichend, 2020 noch 53 Prozent.

Die Fördergelder haben politisch großen Rückenwind. Sie gelten nicht nur als ein wichtiger Baustein beim Klimaschutz, sie wirken auch als Konjunkturprogramm, das wegen der Corona-Pandemie sehr willkommen war. Laut KfW-Reporting hat die Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren im Jahr 2020 etwa 83 Milliarden Euro Investitionen ausgelöst und damit 900 000 Arbeitsplätze für ein Jahr gesichert.

Die offenbar nicht ausreichenden Gesetze für den Gebäudesektor sollen möglichst bald auf den Prüfstand: Schon 2022 soll das Gebäudeenergiegesetz (GEG) überprüft werden, auch die Standards für Neubauten will man schneller anheben als geplant.
Datum: 19.10.2021
 
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