Bemessung von zweischaligen Haustrennwänden mit dem Ziegel-Schallrechner 4.0

Tipp aus der Bauberatung, heute von Wilfried Ott
Wenn es um Schallschutz geht, muss man das Grundwissen im Auge behalten. Denn wie gut Schalldämmung funktioniert, hängt immer von vielen Faktoren ab: der Fugenbreite und dem Dämmmaterial in der Fuge ebenso wie von der Masse der beiden Schalen, der Qualität der Ausführung, der Gestaltung von Anschlüssen sowie der Schallübertragung von Innen- und Außenwänden. Schalldämmung verschlechtert sich über leichte Dachkonstruktionen, Schallabstrahlung flankierender Bauteile oder auch über die Bodenplatte oder die Fundamente nicht unterkellerter Gebäude.

Umgang mit erhöhten Anforderungen

Was Schallschutz mindestens leisten muss, das definiert die DIN 4109 mit ihren Bauteilkatalogen und den 2020 neu hinzugekommenen erhöhten Anforderungen. Die technischen Baubestimmungen der Länder haben die Mindestwerte in Form von Normen zur Pflicht gemacht. Praktiker wissen aber auch: Für viele Objekte wird Schallschutz gewünscht, der besser ist als die Mindestanforderungen.

Im neuen Teil der DIN geht es um erhöhte Schallschutzanforderungen für ganz verschiedene Gebäudetypen. Unter ihnen auch: Reihen- und Doppelhäuser. Haustrennwände zwischen Reihen- und Doppelhäusern sind heute stets zweischalig mit Trennfuge. Der Unterschied zwischen den erhöhten und den Mindestanforderungen ist deutlich. Die Mindestwerte liegen bei 59 und 62 dB für Haustrennwände. Beim erhöhten Schallschutz sind es 62 bis 67 dB. Der niedrigere Wert gilt immer fürs untere Geschoss.
Klar regeln und gut darstellen

Damit Bauherr und Nutzer am Ende zufrieden sind, muss der Schallschutz nicht nur funktionieren, sondern er sollte auch vertraglich gut geregelt und transparent dargestellt worden sein.

Für viele dieser Schritte ist der Schallrechner ein guter Helfer. Man kann ihn kostenlos herunterladen. Der Rechner erlaubt es, viele Situationen zu simulieren, Trittschall wie auch Luftschall. Man kann den Schutz vor Außenlärm ebenso berechnen lassen wie die zweischaligen Haustrennwände. Außerdem kann man Berechnungen gegenüber Ämtern und Auftraggebern belastbar darstellen.

Wer den Schallrechner nutzt, wird für die einzelnen Projekte so genannte Situationen einrichten. Für diese Situationen lassen sich anschließend Daten eingeben, anpassen und variieren: Bauweisen, Massen, Volumen und Trennflächen, Wandkonstellationen für die Trennwände. Gängige Konstellationen sind vorkonfiguriert und hinterlegt. Auch Flanken-Bauteile können mit schnellen Klicks definiert werden. Wer variiert, erkennt anhand der Berechnungen deutlich, wie sich jeder der Faktoren auswirkt auf die Schallschutzwerte.

Hier kann man das Tool herunterladen: www.schallrechner.de
 
Datum: 23.11.2021
 
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