Baustoffe werden viel teurer – Ziegel moderat einstellig

Klare Worte vom Statistischen Bundesamt in einer Pressemitteilung vom Juli: Vergleicht man die Preise von Mai 2020 mit Mai 2021, zeigen sich starke Preissteigerungen. Die zum einen auf die höhere Nachfrage während Corona zurückgehen und zum anderen auch auf Lieferengpässe bei Rohstoffen.

Der Ziegelbauweise bescheinigen die Statistiker derzeit ein stabiles Hoch: Nahezu jede dritte Baugenehmigung wurde 2020 für Ein- und Zweifamilienhäuser erteilt, die mit Ziegeln gebaut wurden.

Preisvergleiche zeigen klaren Trend

Das Statistische Bundesamt (Destatis) schrieb: Wer baut oder renoviert, der spürt momentan die steigenden Preise für ausgewählte Baumaterialien. Die Erzeugerpreise für Baustoffe wie Holz, Stahl oder Dämm-Materialien sind deutlich gestiegen:
  • Konstruktionsvollholz verteuerte sich im Mai 2021 um 83,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
  • Bei den Dachlatten gab es ein Plus von 45,7 Prozent innerhalb eines Jahres.
  • Bauholz legte im selben Zeitraum um 38,4 Prozent zu.
  • Betonstahl in Stäben war im Mai 2021 um 44,3 Prozent teurer als im Frühjahr 2020.
  • Betonstahlmatten kosteten 30,4 Prozent mehr.


Auch gestiegene Erdölpreise machen sich bei den Baukosten bemerkbar:
  • Bitumen auf Erdölbasis (unter anderem für die Abdichtung von Dächern, Gebäuden und Fundamenten) verteuerte sich um 63,9 Prozent.
  • Die Erzeugerpreise für Dämmplatten aus Kunststoff wie Polystyrol lagen 19,9 Prozent überm Vorjahr.
Ziegelpreise steigen moderat

Die Statistiker haben weitere Baustoffe verglichen:
  • Erzeugerpreise für Halbzeug aus Kupfer und Kupferlegierungen (beispielsweise für Heizungsbau oder Elektroinstallation) stiegen um 37,7 Prozent.
  • Bei Kies und Sand waren es nur 4,8 Prozent.
  • Mauerziegel wurden um 2,2 Prozent teurer, Dachziegel ebenfalls um 2,2 Prozent.
  • Bei Frischbeton lag das Plus bei 1,7 Prozent.
  • Gipserzeugnisse für den Bau wurden 1,4 Prozent teurer.


Destatis macht deutlich, was die Hauptgründe für die stark anziehenden Preise sind: die enorm gewachsene Nachfrage im In- und Ausland während der Corona-Pandemie sowie Probleme in der Versorgung mit Rohstoffen.

Auch der Erzeugerpreisindex steigt

Noch eine auffällige Zahl: Der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte insgesamt stieg zwischen Mai 2020 und Mai 2021 um 7,2 Prozent. Eine so starke Zunahme gab es lange nicht, zuletzt war diese Kennzahl im Oktober 2008 mit 7,3 Prozent angegeben worden. Die Ursachen damals: Preise waren vor der Finanz- und Wirtschaftskrise stark gestiegen.
 
Ziegel bei Neubauten der häufigste Baustoff

Die Statistiker des Bundesamtes haben außerdem Baustoffe verglichen. Hierzu schrieben sie: Im Jahr 2020 wurden rund 124 600 Wohngebäude (Neubauten) genehmigt. Am häufigsten (29,6 Prozent) wurde die Baugenehmigung für Wohngebäude aus Ziegeln erteilt. Danach folgten die Baustoffe Porenbeton mit 21,0 Prozent, Holz mit 20,4 Prozent, Kalksandstein 16,7 Prozent, Stahlbeton 7,9 Prozent und alle anderen Baustoffe zusammen mit 4,5 Prozent.
Erzeugerpreisindizies ausgewählter Baumaterialien im Mai 2021

Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat in %
Schlagmann Info-MAil
Datum: 24.08.2021
 
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