Arbeit erleichtern: effizientere Wege zum Nachweis des Feuerwiderstands

Tipp aus der Bauberatung, heute von Bernd Thalmayer

 
Den Feuerwiderstand nachweisen – häufige Aufgabe für Planer. Der Standard-Weg dorthin muss aber nicht der beste sein: In „Mauerwerk“ wurden kürzlich zwei effiziente Alternativen vorgestellt. So kann man den Nachweis des Feuerwiderstands komfortabler gestalten.

Der erste der beiden Ansätze: Indem man den Abminderungsbeiwert für die Bemessungslast im Brandfall genauer ermittelt, kann man die Ausnutzung reduzieren.

Nummer zwei: Bei gering belasteten Wänden aus Mauerwerk kann der Nachweis mit großer planmäßiger Lastexzentrizität in Wandhöhenmitte erfüllt werden.

Das Fazit der Autoren: Indem man den Abminderungsbeiwert der Bemessungslast im Brandfall genauer berechnet, erzielt man eine signifikante Reduktion des Ausnutzungsfaktors und kann dadurch geringere Mindestwanddicken planen. Und wer eine konstruktive Lastzentrierung im Brandfall vermeiden will, kann dafür hinreichend große Auflagertiefen einplanen. Das geht, auch aus Sicht des Wärmeschutzes, wenn man das neue Beiblatt 2 der DIN 4108 zugrunde legt. Falls diese großen Auflager nicht möglich sind, machen sie einen Vorschlag, wie der Nachweis von Feuerwiderstand von Wänden unter teilaufliegenden Decken mit geringer Normalkrafteinwirkung und gleichzeitiger Lastexzentrizität dennoch gelingt.
Die Autoren zeigen beispielsweise, dass man bei zulassungsgeregelten Steinen eine erhöhte Tragfähigkeit im Kaltfall berücksichtigen kann. So lässt sich der vorhandene Ausnutzungsfaktor im Brandfall reduzieren. Bedeutet: Man kann unter Umständen auf dünnere Wanddicken setzen oder davon ausgehen, dass größere Normalkräfte im Brandfall aufgenommen werden. Diskutiert wird auch, wie sich ein Lastfreistreifen an der Innenkante einer Mauerwerkswand auswirkt.

 
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