2021 mehr Geld vom Staat

Die Wohnungsbauprämie erlebt ein Comeback

Wohnungsbauprämie? Oh je. Der einstige Spar-Anreiz war in den vergangenen Jahren arg unattraktiv geworden. Immer mehr Bausparer waren aus der Förderung herausgefallen. Kein Wunder: Die dort geltende Einkommensgrenze war seit 1996 unverändert geblieben – während die Durchschnitts-Einkommen stetig stiegen, die Inflation kam obendrauf. Der Jahreswechsel bringt jetzt endlich eine Anpassung. Und die fällt so deutlich aus, dass viele Menschen profitieren werden. Die Förderung wird bis zu 55 Prozent höher.

Nochmal zur Erinnerung: Wohnungsbauprämie gibt es für alle, die einen Bausparvertrag haben und einige zusätzliche Bedingungen erfüllen: Man muss mindestens 16 Jahre alt sein und im Jahr mindestens 50 Euro in den Bausparvertrag einzahlen. Man muss berufstätig sein, angestellt, selbstständig oder im Beamtenstatus; auch Rentner sind angesprochen. Das zu versteuernde Jahreseinkommen (nicht zu verwechseln mit dem Bruttoeinkommen – man kann das zu versteuernde Jahreseinkommen im letzten Steuerbescheid des Finanzamts nachlesen) darf eine gewisse Obergrenze nicht überschreiten. Ausgezahlt bekommt man die Prämie in der Regel auch nur, wenn man den Bausparvertrag am Ende wirklich in eine Immobilie fließen lässt, in Kauf oder Modernisierung.
Die Obergrenze kräftig angehoben

Die Obergrenze ist eine der beiden Stellschrauben, an denen jetzt gedreht wurde: Alleinstehende durften bislang ein zu versteuerndes Jahreseinkommen haben von maximal 25.600 Euro – ab 2021 liegt die Schallgrenze bei 35.000 Euro. Für Paare (Verheiratete oder eingetragene Lebenspartnerschaften) gilt weiterhin jeweils die doppelte Summe. Dort erhöht sich die Obergrenze also von bislang 51.200 Euro auf zukünftig 70.000 Euro.

Die Förderung steigt ebenfalls

Die zweite Stellschraube: Man kann für einen höheren Betrag die Prämie erhalten – und die Prämie ihrerseits steigt auch nochmal. Bislang konnten Alleinstehende eine Sparleistung von maximal 512 Euro geltend machen, künftig 700 Euro. Bei den Paaren verschiebt sich die Maximalsumme analog von 1.024 Euro auf 1.400 Euro, die gefördert werden können.

Außerdem steigt der staatliche Zuschuss – bislang waren es 8,8 Prozent, künftig sind es 10 Prozent. Rechnet man all diese Effekte zusammen, bedeutet das: Alleinstehende konnten bislang maximal 45 Euro im Jahr bekommen, ab 2021 dann 70 Euro. Paare bekommen bis zu 140 Euro statt 90. 2021 gibt es also bis zu 55 Prozent mehr Förderung. All das gilt auch für Verträge, die vor 2021 abgeschlossen wurden.
 
Rendite statt Verluste

Die Summen klingen überschaubar, aber es kann sich trotzdem lohnen: Ohne die Bausparprämie machen die Sparenden derzeit meist Miese. Mikrozinsen, Abschlussgebühren und Jahresentgelte führen dazu, dass man auch noch nach zehn Jahren weniger Guthaben hat, als man Beiträge eingezahlt hat. Wenn die Wohnungsbaurendite optimal greift, kommt man hingegen auf zumindest eine kleine Sparrendite, hat die Stiftung Warentest ausgerechnet.
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