168 – Fensterbank-Anschluss: So dichten Sie richtig ab

Tipp aus der Bauberatung, heute von Holger Bahmer
Das Gewerkeloch vermeiden

Die Fensterbank an der Außenseite eines Gebäudes hat eine wichtige Funktion. Egal ob sie aus Aluminium, Stein oder aus einem anderen Material besteht, ist sie in erster Linie ein Teil des Witterungs­schutzes. Sie bewahrt Mauer­werk und Fassade vor eindringendem Wasser und sorgt dafür, dass Schlag­regen schnell und kontrolliert weggeführt wird.

Teure Schäden drohen

Klappt das nicht, kann der Schaden enorm sein. Häufig wird Wasser, das durch mangel­hafte Ab­dichtung in die Fassade eindringt, erst spät entdeckt. Dann ist unter Umständen eine sehr aufwändige und groß­flächige Sanierung nötig. Neben Schlag­regen kann auch tauender Schnee auf einer Fenster­bank solche zerstörerischen Folgen haben.

Richtig planen und ausführen

Um dies zu vermeiden, muss bereits in der Planung darauf geachtet werden, dass die Schnitt­stellen zu Fassade und Fenster klar definiert und Zuständig­keiten festgelegt werden. Auch die richtige Material­wahl gehört zu den Aufgaben des Planers. Später ist eine entsprechende Überwachung durch einen Bauleiter angeraten. Sonst droht das gefürchtete „Gewerkeloch“.
Bei der Ausführung gilt es, wichtige Grund­regeln zu befolgen. So müssen die seitlichen Borde wegen der unter­schiedlichen thermischen Ausdehnungs­eigenschaften von der Fenster­bank entkoppelt werden. Wichtig ist auch, dass ein Mindest­gefälle von 5 Grad (entspricht 8 %) nach außen ein­gehalten wird. Der Fassadenüberstand der Fenster­bank muss mindestens 30 Millimeter betragen, damit abtropfendes Wasser möglichst nicht an die Fassade gelangt.
Dicht gegen Schlagregen

Für den Anschluss zum Fenster hin wird in der Regel ein entsprechend klassifiziertes wasser­dichtes Dichtband benötigt. Nur wenn nicht mit stehendem Wasser auf einer Fenster­bank zu rechnen ist, zum Beispiel weil die Fenster in der Fassade zurückversetzt sind, kann auch nicht wasser­dichtes Band oder ein Gummi­profil verwendet werden. Der Anschluss zur Fassade muss ebenfalls schlag­regen­dicht sein. Hier sollten unbedingt die System­informationen des jeweiligen Herstellers beachtet werden. Keine gute Lösung ist eine Dicht­stofffuge. Hier sind Abrisse durch Scherkräfte vorprogrammiert.

Mit doppeltem Boden

Eine weit­gehend wartungs­freie Lösung gewährleistet hingegen eine Sekundärabdichtung. Darunter versteht man eine zweite wasserführende Ebene. Sie ist manchmal sogar unabdingbar, wenn ein langfristig vollkommen schlag­regen­dichter Anschluss gar nicht hergestellt werden kann. Dann hilft eine wannenförmig unter der Fenster­bank erstellte zweite Dicht­ebene mit einem Fenster­bankkeil. Er wird zur Fassaden­vorderkante hin mit einem Putz­anschlussprofil und Abtropf­kante versehen und bietet gewissermaßen einen doppelten Boden gegen Feucht­eschäden.

Sicher mit Ziegeln

Übrigens: Je größer die Zahl unterschiedlicher Materialien, zum Beispiel durch Wärme­dämmverbund­systeme oder Holz­bauweise, die im Bereich einer Fenster­bank aufeinandertreffen, desto größer ist der Aufwand für deren fachgerechten Anschluss. Besonders einfach und sicher gelingt er hingegen an ein einschaliges oder zweischaliges Massiv­mauerwerk aus Ziegeln mit integrierter Dämmung. Keine zusätzliche Dämmschicht, dafür ein „atmungsaktives“ Material mit hoher Festigkeit: ein traumhaftes Bett für jede Fensterbank.
 

Datum: 08.02.2024
 
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