168 – Das ändert sich 2024 in Recht, Gesetz & Förderung

Sicher vor unliebsamen Überraschungen

Auch im neuen Jahr müssen sich Planer, Bauherren und Fachbetriebe wieder mit neuen Vorgaben in Sachen Bauen und Sanieren beschäftigen, um vor bösen Überraschungen sicher zu sein. Die neue Version des Gebäude­energie­gesetzes ist in Kraft getreten und Austausch- oder Nach­rüst­pflichten für veraltete Heizungs­anlagen greifen ebenso wie neue Ein­speise­vergütungen und Neuigkeiten beim Wohn-Riester. Wir fassen die wichtigsten Punkte für Sie zusammen.



Was sein muss

In Kraft getreten ist mit Jahres­beginn die 2024er-Version des Gebäude­energie­gesetzes. Darin enthalten ist die Vorgabe, beim Einbau neuer Heiz­technik erneuerbare Energie­träger ein­zubeziehen, und zwar zu mindestens 65 Prozent. Wie das geschieht, dafür können Eigentümer zwischen verschiedenen Wegen wählen. Ohne Nachweis möglich ist der Einbau einer Haus­über­gabestation an ein Wärme­netz, eine Wärme­pumpe oder einer Solar­thermie­anlage. Auch Biomasse in Form von Pellets oder Hack­schnitzeln oder Wasser­stoff ist zulässig.

Eine weitere Option sind Strom­direkt­heizungen wie eine Infra­rot­heizung. Allerdings nur, wenn das Haus höchstens zwei Wohnungen hat, wovon mindestens eine vom Eigentümer bewohnt wird. Oder das Gebäude „die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz (…) um mindestens 30 Prozent unterschreitet“, wie es in der Novelle heißt. Ebenfalls ohne weitere Nachweise möglich sind Heizungs­anlagen, in denen die oben genannten Energieträger kombiniert werden.

Selbstnutzende Eigentümer können für eine neue Heizung bis zu 70 Prozent Zuschuss erhalten. Das regelt die zeitgleich zum 1. Januar in Kraft getretene neue Förde­rrichtlinie für einzelne Sanierungs­maßnahmen (BEG EM). Und es gibt erstmals Lärmschutz-­Anforderungen für Luft­wärme­pumpen. Was auch noch neu ist: Wer bei der KfW oder beim BAFA einen Förder­antrag stellen möchte, braucht dazu neuerdings vorab Bestätigungen vom installierenden Betrieb. Bei der KfW sind das die „Be­stätigungen zum Antrag (BzA)“, beim BAFA die „Technischen Projekt­beschreibungen (TPB)“ für die Heizungs­optimierung. Später muss der Fachbetrieb zusätzlich noch eine „Erklärung zur Einhaltung der technischen Mindest­anforderungen und zur fach­gerechten Durchführung“ abgeben, bevor der Zuschuss ausbezahlt wird.
Was möglich wird

Die Photo­voltaik­anlage auf dem eigenen Hausdach kann auch in diesem Jahr eine rentable Investition sein. Die zunächst nur temporär ausgesetzte Umsatz­steuer für Anlagen bis 30 Kilowatt entfällt nun auf Dauer. Angesichts hoher Strompreise und – nach einer vorübergehenden Preis-Rallye – wieder sinkender Kosten für Photovoltaik-­Module, ist eine nennenswerte Rendite drin. Die fällt umso höher aus, je höher der Anteil des Strom-Eigen­verbrauchs ist. Und je früher die Sonnen­strom-Module installiert werden: Zum 1. Februar ist die auf 20 Jahre garantierte Einspeise­vergütung für neue Haus­dach­anlagen bis 10 Kilowatt Leistung von 8,2 auf 8,1 Cent gesunken. Ab 1. August geht es für neu installierte Anlagen noch einmal um einen Cent nach unten.

Ebenfalls neu ist seit Anfang 2024 die Möglich­keit, Riester-gefördertes Kapital auch für energetische Sanierungen zu entnehmen. Bisher durfte das angesparte Alter­svorsorge­kapital nur für einen altersgerechten Umbau eingesetzt werden. Nun kann es auch für Dach- und Fassaden­dämmungen, neue Fenster, eine neue Heizung oder andere energetische Verbesserungen verwendet werden. Die Ausführung muss allerdings so sein, dass auch eine steuerliche Förderung möglich wäre. Das muss das beauftragte Unternehmen bestätigen.

Was nicht mehr geht

Die „Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissions­schutzgesetzes“ hat bereits im Jahr 2010 festgelegt, dass kleine und mittlere Feuerungs­anlagen bestimmte Grenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid einhalten müssen. Ende 2024 läuft eine wichtige Übergangsfrist für Kamine und Kachelöfen ab. Wurden sie zwischen 1995 und dem 21. März 2010 in Betrieb genommen und halten sie diese Werte nicht ein, müssen sie entweder mit einem Filter nachgerüstet, erneuert oder stillgelegt werden. Eigentümer müssen dies ihrem Bezirks­schornsteinfeger nachweisen.

Auch für alte Öl- oder Gas-Heizungs­kessel gilt eine Austauschpflicht. 2024 müssen alle Kessel raus, die vor 1994 hergestellt wurden. Allerdings gelten hier etliche Ausnahmen: Niedertemperatur- und Brennwertkessel sind davon nicht betroffen. Ebenfalls befreit sind Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die schon lange selbst in ihrer Immobilie wohnen. Wird das Haus allerdings verkauft, muss der neue Eigentümer binnen zwei Jahren den alten Konstant­temperaturkessel austauschen.
 
Datum: 08.02.2024
 
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