Das neue Gebäudeenergiegesetz ist da

Was das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) bringt

Wenn ein Gesetz lange bearbeitet und diskutiert wird, hat man schon einiges drüber gelesen – und das neue GEG, das Gebäudeenergiegesetz, stand immerhin seit drei Jahren zur Debatte. Trotzdem gab es am Ende nochmal Überraschungen.

Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hatte erst Mitte Juni einige Änderungs-Empfehlungen veröffentlicht, woraufhin das Gesetz noch in einzelnen Punkten modifiziert wurde. Photovoltaik beispielsweise wurde dadurch bessergestellt.

Hier die Details der letzten Änderungen – für alle, die die Debatte verfolgt haben:
 
  1. Der Primärenergiefaktor für flüssige oder gasförmige Biomasse wurde vermindert von 0,5 auf 0,3 (§ 22).
  2. Der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energiequellen kann höher angesetzt werden bei der Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs. Und das gilt für Wohngebäude ebenso wie für Nicht-Wohngebäude (§ 23).
  3. Die Anforderungen an die Gebäudehülle wurden reduziert für Konstellationen, bei denen die Innovationsklausel angewandt wird (§ 103). Konkret: Für Wohngebäude wurde der Anforderungswert für die Gebäudehülle vom 1,0-fachen auf den 1,2-fachen Wert des Referenzgebäudes angesenkt. Für Nicht-Wohngebäude änderte es sich vom 1,0-fachen auf den 1,25-fachen Wert des Referenzgebäudes.
 Das neue Gebäudeenergiegesetz ist da
Mehr Durchblick für Anwender

Auf den Weg gebracht hatte man das neue Gesetz, um europäische Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden umzusetzen. Verschiedene Gesetze werden hier zusammengeführt und abgelöst: Energieeinspargesetz, Energieeinsparverordnung und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz.

Dieser Zusammenschluss sollte gerade auch den Anwendern, den Bauherren und Planern, das Leben erleichtern. Denn die Zielvorgabe war, dass das GEG die zuvor hochkomplexe Lage klärt und vereinfacht: als ein einheitliches, aufeinander abgestimmtes Regelwerk, das die energetischen Anforderungen regelt für Neubauten ebenso wie für Bestandsgebäude; außerdem regelt es auch den Einsatz erneuerbarer Energien.

Rückenwind für Biogas und Photovoltaik

Zu den wichtigen Neuerungen zählt, dass eine anlassbezogene, verpflichtende Energieberatung eingeführt wird. Auch Biogas bekommt Rückenwind durchs GEG, indem es gegenüber fossilen Energieträgern bessergestellt wird. Gemeinsam mit dem GEG hat der Bundestag zudem beschlossen, den umstrittenen gesetzlichen Förderdeckel für Dach-Photovoltaik-Anlagen aufzuheben, der zuletzt bei 52.000 MW lag.

In anderen Aspekten bringt das Gesetz weniger Veränderungen, als die einen erhofft und die anderen befürchtet hatten: Die Anforderungen und Standards für Neubauten sind dieselben geblieben wie seit der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2016. So soll es nun zumindest bis 2023 gelten. Dann, so definiert das neue GEG, sollen diese Anforderungen geprüft werden – gerade hinsichtlich bezahlbaren Bauens und Wohnens.

Die finale Fassung des Gesetzes muss noch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden.
 
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