Damit der Gebäude-Sockel keine Schwachstelle ist

Tipp aus der Bauberatung, heute von Benedikt Bittmann
Der Sockel als solide Basis

Gesehen hat das jeder schon: Am Gebäude-Sockel entstehen besonders oft Schäden. In vielen Fällen dringt dort Feuchtigkeit von außen ein, als Spritz- und Sickerwasser durch den Putz. In anderen Konstellationen steigt die Nässe von unten auf. Um Schäden am Sockel zu vermeiden, ist es hilfreich, wenn man einerseits die Vorgaben genau kennt und einhält – und andererseits viele Erfahrungen und Praxiswissen einfließen lässt.

In der Regel spricht man beim Sockel von einer Zone, die 20 Zentimeter unterhalb der Geländeoberkante beginnt und 30 Zentimeter oberhalb endet.

Detaillierte Einzelnorm

Im Bereich der baulichen Normen ist einiges vorgegeben, damit dort am Sockel nichts passiert. Lange war dafür die DIN-Norm 18195 etabliert, in der es um die Abdichtung von Bauwerken geht. Sie hat man 2017 unterteilt und in übersichtlichere, detaillierter Einzelnormen überführt. Um den Sockel und Querschnittsabdichtungen geht es inzwischen in der DIN 18533, die sich auf die erdberührten Bauteile konzentriert.

Wer diese DIN im Detail studiert, wird drei Teile vorfinden: Der erste definiert Anforderungen und Grundsätze. Der zweite befasst sich konkret mit Abdichtungen, und zwar denen mit bahnenförmigen Abdichtungsmaterialien – dazu gehören Bahnen aus Bitumen oder Polymerbitumen, aus Kunststoff oder Elastomer. Im Teil drei geht es um Abdichtung mithilfe von flüssigen Stoffen. Dazu zählen Flüssigkunststoffe und Bitumendickbeschichtung.
Ein Klassifizierungssystem legt fest, ab wann eine Abdichtung ausreichenden Widerstand bietet. Dafür werden einerseits die Einwirkungen klassifiziert. Bei den Wassereinwirkungsklassen, um es an einem Beispiel deutlich zu machen, unterscheidet man nicht drückendes Wasser, drückendes Wasser und Kapillarwasser. Geländeform, Dränung und Bodenart fließen ebenfalls mit ein. Auch die Raumnutzung teilt man ein – je nachdem, wie viel Feuchtigkeit durch die Nutzung des Raums entsteht. Schwindendes Material und potenzielle Risse sorgen für eine weitere Klassifizierung. Das System legt Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Faktoren fest.

Wendet man all das bei einer einschaligen Ziegelmauer an, um es gegen Nässe von außen zu schützen, werden verschiedene Materialien sorgfältig geschichtet: Putz und Sockelputz, mehrere Lagen von Putzabdichtung sowie die Bitumendickbeschichtung. Bei Querschnittsabdichtungen kommen nicht alle Materialien in Frage. Außerdem muss man beachten, ob es eine Querkraftübertragung durch Erddruck gibt.

Benedikt Bittmanns Tipps für die Praxis gibt es im Video des Webinars aus der Bauberatung.

 
Datum: 20.04.2022
 
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