Neubau von Mehrfamilienhäusern in Burghausen

Referenzen Schlagmann Ziegel

Fünf kleinere statt zweier großer Bauten

Für eine neu entstehende Nachbarschaft ist es sicher kein Schaden, wenn ein Architekt auch bedenkt, wie sich neue Gebäude auf jene Menschen auswirken, die schon länger dort leben. In Burghausen in der Anton-Riemerschmid-Straße nahm man sich das zu Herzen.

Dort entschieden sich Bauherr und Architekt dagegen, auf einem schwierig geschnittenen Grundstück mit Kantenlängen von etwa 140 und 35 Metern zwei langgestreckte Baukörper zu realisieren. Vielmehr setzten sie – deutlich luftiger – fünf Einzelgebäude in Reihe. Somit blieben für die Anwohner in der nächsten Reihe Durchblicke und Luftraum erhalten.

Für die Neubauten, die zwischen Herbst 2016 und Frühjahr 2017 bezugsfertig wurden, war das ebenfalls kein Schaden. Dort konzentrierte man sich auf das Prinzip der kleinen Einheiten und schuf pro Gebäude sieben Wohnungen. So kann jedes Haus für sich eine kleine Gemeinschaft bilden. Verbunden sind die fünf Neubauten durch eine unterirdische Tiefgarage mit einer Gesamtlänge von 130 Metern. Jedes der Gebäude hat einen Aufzug, sodass alle Wohnungen barrierefrei erreichbar sind.

Innerhalb der Gebäude realisierten die Planer flexible Grundrissvarianten. Es gibt Zwei-Zimmer-Wohnungen mit 60 Quadratmetern ebenso wie Penthaus-Wohnungen, die über die gesamte Fläche der oberen Etage gehen und vier Zimmer mit insgesamt 140 Quadratmetern bieten. Großzügige Balkone gehören in jedem Fall dazu.

Ausgefeilte Anlagentechnik für KfW-70-Effizienzstandard

Alle Wohnungen haben Fußbodenheizung, die über Gas-Brennwertkessel mit Pufferspeicher und Warmwasserbereitung in den einzelnen Gebäuden gespeist werden. Ergänzend gibt es auf jedem Flachdach eine 20 Quadratmeter große Solaranlage zur Warmwasser-Bereitung und Heizungsunterstützung. Dezentrale Lüftungseinrichtungen mit Wärmerückgewinnung tragen ebenfalls zum KfW-Effizienzhaus-70-Standard bei.

Wichtig war bei diesem Projekt die Qualität der verbauten Materialien – die Bauherren wollten ein klares Statement für langlebigen Massivbau abgeben. Wichtig war ihnen zudem, Problembaustoffe zu minimieren und ganz bewusst regionale Produkte zu verwenden.

Trennwände aus Ziegel für optimierten Schallschutz

Bei den Wandaufbauten kam Poroton-S10 in der Stärke 42,5 Zentimeter zum Einsatz. Kalk-Zement-Leichtputz und Fassadenplatten wurden kombiniert, wobei auf Styropor und Wärmedämmverbundsysteme verzichtet wurde. Auch die Zwischen- und Trennwände hat man konsequent aus Ziegel gemauert. Im Verkauf warben die Bauherren ganz explizit mit dem auf diese Weise geschaffenen angenehmen Wohnklima samt Wärmespeicherung, Dampfdiffusion und Schalldämmung. Der Stadtrat trägt sich mit dem Gedanken, das neue hochwertige Wohnquartier durch die Schaffung einer Tempo-30-Zone zusätzlich zu entlasten.
Baudaten
Einheiten 5 Mehrfamilienhäuser und Tiefgarage
Abmessungen jeweils L 18,5 × B 12 m
Wohneinheiten 5 x 7
Grundstücksgröße 4.500 m2
Wohnfläche 3.118 m2
Nutzfläche 1.115 m2
Bauzeit 06/15 – 06/17
Konstruktion Ziegel-Massivbau Wandbaustoff
POROTON®-S10®-425
Bauherr M. Grundner GmbH, Burghausen
Architektur Johann Brehm, Burghausen
Tragwerksplanung esg Ingenieure, Traunreut
Bauunternehmen M. Grundner GmbH, Burghausen
Anlagentechnik Gas-Brennwertkessel mit Pufferspeicher und Warmwasserbereitung, Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungs­unterstützung, Lüftungseinrichtungen mit Wärmerückgewinnung
Energetischer Standard KfW-Effizienzhaus 70
POROTON®-S10®-425
Referenzen Schlagmann Ziegel
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