Neubau eines Einfamilienhauses in Passau

Neubau eines Einfamilienhauses in Passau

Kleines Haus ganz groß

Ein Haus mit etwa 100 Quadratmetern Wohnfläche kam ziemlich groß heraus: Beim Deutschen Ziegelpreis 2017 wählten die Juroren den kubischen Neubau aus Passau unter die 19 besten Bauten und zeichneten ihn mit einer Anerkennung aus. Nicht allzu groß, aber hell, warm, behaglich und auch praktisch: So hatte die Auftraggeberin des Passauer Architekten Schildhammer ihren Wohntraum formuliert. Sie wollte Raum für Bilder und viele Bücher, eine moderne Küche ohne Schnickschnack und einen gemütlichen Esstisch für Freunde, mit Blick ins Grüne.

Nicht groß, aber hell und behaglich, so der Auftrag an den Architekten

Der Architekt erdachte für die Bauherrin ein Gebäude, das an eine freistehende Maisonette-Wohnung erinnert. Und das kompakt genug ist, um auf dem 320 Quadratmeter großen Hanggrundstück am Stadtrand oberhalb der Donau wohlproportioniert zu wirken. Schlank ist es geworden, nur 5,65 Meter breit und mit 11,20 Metern fast exakt doppelt so lang. Dabei recht kantig und mit durchdachten Details auch komfortabel. Im Herbst 2014 wurde das Haus nach einem knappen Jahr Bauzeit fertig.

Großzügige Fenster holen die Natur ins Haus. Drinnen sorgen architektonische Offenheit und eine Galerie oberhalb des Wohnraums für überraschende Großzügigkeit. Oben an das ausgesparte Deckenfeld schließt sich ein Arbeitsplatz an.

Ebenso kosten- wie energieeffizient ist es, dass auf Vor- und Rücksprünge in der Fassade weitgehend verzichtet wurde. Der Ziegel Poroton-T8 kam in zwei Wandstärken zum Einsatz, mit 36,5 und 30 Zentimetern. Er wurde hell verputzt, einzelne Holzelemente setzen gestalterisch Akzente.

Minimalismus und Effizienz

Der Endenergiebedarf von 15,30 kWh pro Quadratmeter und Jahr stützt sich auf eine hochwertige Fußbodenheizungsanlage mit Luft-Wasser-Wärmepumpe, eine auf dem Flachdach platzierte Solaranlage fürs Brauchwasser sowie eine dezentrale, kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.

Stellenweise herrscht durchaus Minimalismus: Die Raumteiler sind dünnwandig und aus Holz, anstelle von Innentüren gibt es Vorhänge, günstige Armaturen erfüllen ihren Zweck. Doch haben Sparsamkeit und Effizienz hier nichts mit Entbehrungen zu tun: Das Haus ist unterkellert, bietet somit auch 22 Quadratmeter Nutzfläche, eine Tiefgarage erhöht den Komfort. Im Obergeschoss fanden neben dem Schlafzimmer eine Ankleide und ein Gästezimmer Platz – das Gästezimmer mit Balkon in den Garten. Im Erdgeschoss erweitert die mit Holzbohlen belegte Terrasse den Wohnraum ins Freie, hinaus in die dort schon ländliche Natur mit alten Obstbäumen.
Baudaten
Abmessungen L 11,20 x B 5,65 m
Wohneinheiten 1 WE
Wohnfläche 118 m2
Bauzeit 10/13 – 09/14
Konstruktion POROTON®-T8® in Wandstärke 36,5 und 30,0 cm
Architektur Architekturbüro Schildhammer, Franz-Josef Schildhammer, Passau
Tragwerksplanung Statik Breinbauer, Passau
Bauunternehmen Brunner & Stockmayer Bau GmbH, Ruhstorf
Anlagentechnik Heizung Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Solarunterstützung für Brauchwassererwärmung; kontrollierte Wohnraumlüftung und Wärmerückgewinnung
Wärmeschutz U-Wert Außenwand
0,23 W/(m²K)
U-Wert Fenster
0,76 W/(m²K)
Energetischer Standard KfW-Effizienzhaus 55
POROTON®-T8®
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